Am 20. Februar 1922 gründeten im Lokal Raber (Pedes) Johann Balzer, Lorenz Balzer, Paul Meiser, Lorenz Nimmesgern, Nikolaus Both, Martin Both, Oskar Strößner, Alois Balzer, W. Puhl, Wilhelm Hoffmann und Heinrich Schmidt in einem schwierigen Zeitabschnitt den Athletenclub „Siegfried“. Stehen selbst heute in der sog. Wohlstandszeit die Vereine vor schwierigen Aufgaben und finanziellen Problemen, so kann man ermessen, welche Probleme den Männern der ersten Stunde begegneten. Obwohl alle Mittel für den Sportbetrieb selbst aufzubringen waren, überstand der Verein die Anfangsjahre und bereits 1924 fanden die ersten Ringkämpfe auf eigener Matte statt. O. Strößner, N. Both und H. Schmidt verbürgten sich hierfür, doch der Zuspruch in Heusweiler erwies sich überaus groß; schon nach den ersten Kräftemessen entfiel die Bürgschaft für das wichtigste Sportgerät.  Die Aktiven – meist die Gründer – wetteiferten für ihren Sport, so dass schon 1930/31 mit der Erringung der Meisterschaft der Liga A die höchste Klasse erreicht wurde.

 Zu den ersten Vereinsvorsitzenden zählte Oskar Strößner, dem der Verein viel zu verdanken hat, der auch als Aktiver im Schwergewicht seinen Mann stellte. Austragungsstätten waren damals die Säle Raber „Pedes“ und „Allwisse“, die bei Meisterschaften stets dicht besetzt waren. Die Athleten des AC Heusweiler stammten allesamt aus der Gemeinde, eine Tradition, die sich 30 Jahre lang fortsetzte. Das Vereinsleben beschränkte sich aber keineswegs auf den Ringkampfsport, denn in den Anfangsjahren gab es unter Lorenz Brockmann, F. Kasper und K. Weber eine Boxabteilung. Bis zum Kriegsbeginn fand man sich an Sonntagvormittagen auf dem Wittum zu leichtathletischen Übungen zusammen.

 Nachdem einige Zeit Lorenz Nimmesgern den Vorsitz führte, trat der dynamische Martin Both an die Spitze, der zusammen mit Alois Balzer die Geschicke des Vereines lenkte. Im Juli 1938 musste er seine Athleten in den Großverein VfL eingliedern und er war es, der in der schwierigen Nachkriegszeit diese Sparte wieder lebendig werden ließ. Er war auch noch 1. Vorsitzender, als sich der Verein 1952 wieder selbständig machte. Bis heute blieb der Vorsitz des Vereines nur auf wenige beschränkt; es waren neben Martin Both Herbert Klein, Willi Bolduan, Oskar John, Hans Both, Josef Schütz, Roman Engel, Friedrich Bolduan, Dieter Schaefer und Knut Scherer.

 Die Saison 1930/31 führte zum ersten Höhepunkt, denn mit dem Gewinn der Meisterschaft der Liga A gelangte die ausgeglichene Staffel zur höchsten saarländischen Klasse und konnte sich mit den Spitzenmannschaften „Adler“ Burbach, Dudweiler, Spiesen uvm. messen. Schon im ersten Jahr der Zugehörigkeit dieser Klasse holte sich die Mannschaft die Vizemeisterschaft. In den Folgejahren vergaß man die Nachwuchsarbeit nicht und bald erwiesen sich W. Hoffmann, W. Bolduan, V. Sinnwell und L. Rippel als Stützen der Staffel. Zu den ersten Erfolgen ist die Erringung der deutschen Vizemeisterschaft der Jugend 1936 in Köln durch den kometenhaft aufgestiegenen Willi Hoffmann zu zählen. Mit ihm gelang 1938/39 die Erringung der Saarmeisterschaft, nachdem in einem dramatischen Ringen im Saal Scherer in Dilsburg „Adler“ Burbach 5 : 2 bezwungen wurde.

 Die erste Nachkriegssaison begannen die Heusweiler überaus erfolgreich, denn die vier am Mannschaftswettbewerb beteiligten Mannschaften der Senioren, Reserve, Jugend und Schüler gewannen ausnahmslos den Meistertitel. Es waren fast nur die Akteure der Vorkriegszeit, die sich trotz starker Konkurrenz aus Fürstenhausen, Gersweiler, Riegelsberg, Dudweiler, Altenwald, Köllerbach, St. Ingbert und Spiesen den Meistertitel holten. Es begann eine erfolgreiche Epoche. Heusweiler nahm eine Sonderstellung ein, wie es vor dem Kriege Burbach und heute Köllerbach vergönnt ist. W. Hassel und P. Krämer brachten die ersten SKB-Einzeltitel mit nach Heusweiler. In der Runde 1949/50 musste man dem KSV Fürstenhausen den Titel überlassen.

 Nur eine Verjüngung vermochte noch zu helfen und gerade die Nachwüchsler waren es, die den Verein 1950/51 erneut zum Titelgewinn führten. Ferdinand Philippi war nicht mehr zu schlagen und der Schlettstädter Roger Mannhard gab durch seine technischen Fertigkeiten der Staffel neue Impulse.

 Neben Anton König nahm auch Ferdinand Philippi an den Weltmeisterschaften 1953 in Neapel teil. und ist bis heute der einzige Olympia-Teilnehmer seines Vereines (1952 in Helsinki, 62 kg). Auch außerhalb der Meisterschaftsrunde unternahm der Verein große Anstrengungen.

 Manche werden sich noch an das Pfingst-Turnier 1951 mit den Rekordmeistern Heros Dortmund und RSC Zürich erinnern.

 Während 1952/53 noch einmal Fürstenhausen zu Titelehren gelangte, breitete sich ein umfassendes Programm mit Freundschaftstreffen in Freiburg, Köln, Mannheim, Frankfurt, Heidelberg usw. aus. Aber mit erneuter Mannschaftsverjüngung stellte sich in der Runde 1953/54 erneut ein Titelgewinn ein und die Akteure des AC beherrschten auch das Bild bei den saarländischen Einzelmeisterschaften. In dieser Zeit begann für Anton König eine langjährige Karriere. Zweimal nahm er an Weltmeisterschaften teil und war auf fast allen europäischen Matten zu Hause, so auch bei einem Weltpokal in der Türkei. Seine größten Erfolge verbuchte er bei Polizeimeisterschaften. Nach mehreren Titelgewinnen in der Bundesrepublik griff er 1960 in Göteborg erstmals nach der Europameisterschaft, die ihm nur durch einen finnischen Olympiasieger verwehrt blieb. 1964 gelang ihm dann in London der große  Wurf, wo er sich die Polizeieuropameisterschaft sicherte.

Mit neuen jungen Talenten hielt auch in der Saison 1954/55 die Erfolgsserie an. In der DAB-Endrunde kamen viele populäre Vereine nach Heusweiler, allen voran der deutsche Rekordmeister Heros Dortmund, der zum Massenbesuch lockte. Im DAB stand das Freistilringen schon fest im Programm, während in dieser Stilart das Saarland noch in den Anfängen steckte – dieses Handicap brachte Heusweiler um größere Erfolge. Glanzpunkte brachte dem Verein die südwestdeutsche Meisterschaftsrunde 1957/58, an der sich 13 Konkurrenten aus Baden, der Pfalz und dem Saarland (Köllerbach, Riegelsberg und Erbach) beteiligten. Mit riesengroßem Abstand sicherte sich der AC Heusweiler den Südwestmeistertitel vor Thaleischweiler, Schifferstadt, Brötzingen und Wiesenthal. Im folgenden Jahr gab es gegen die immer stärkerwerdenden Widersacher aus Schifferstadt und Köllerbach eine erfolgreiche Titelverteidigung.

 Wesentlich trug zu den stolzen Erfolgen der über Nacht in die deutsche Spitzenklasse vorgestoßene Klaus Scherer bei. 1957 errang er die erste Deutsche Meisterschaft der Männer für seinen Verein – 1959 holte er als erster Saarländer auch den Titel im freien Stil. Insgesamt wurde Klaus Scherer 4 x Deutscher Meister und trug 15 Mal das deutsche Nationaltrikot. 

 Erwin Trouvain eröffnete im Fliegengewicht mit einem Sieg hohe Heusweiler Erfolge. 1958, 1959 und 1962 wurde er Deutscher Meister, fünfmal Vizemeister – dabei zweimal hinter Klaus Scherer, so dass es zwei achtbare Heusweiler Doppelerfolge gab. Auch Erwin Trouvain lieferte in der deutschen Nationalmannschaft gute Kämpfe.

 Viele weitere Namen aus dieser Epoche sind wohl vielen Heusweiler Ringeranhängern und Sportinteressierten noch in klangvoller Erinnerung: Günter Gottschalk, Berthold Balzer, Erwin Dahlem, Norbert Forster, Manfred Becker, Lothar Klein – Otmar Sonnhalter als Beispiel, der zwei Jahrzehnte im Schwergewicht seinen Mann stand. Unzählige Landestitel und ein 9. Platz bei den Weltmeisterschaften 1955 in Karlsruhe schmücken sein Erfolgskonto. Als erstes Vereinsmitglied erwarb er die Bundeslizenz der Kampfrichter.

 In den sechziger Jahren stand Heusweiler meist im Schatten von Köllerbach. Fernsehen und Motorisierung hielten viele Jugendliche vom Ringkampfsport ab, so dass magere Zeiten zu überstehen waren. Mit der Übernahme der Vereinsführung durch Hans Both 1967 ging es wieder aufwärts und bald stellten sich wieder SKB-Meisterschaften ein. Von 1967/68 bis 1969/70 wurden in der Landesliga A 3 Titel in Folge gewonnen. Dennoch reichte es nie zum Sprung in die 1. Bundesliga, doch die Aufstiegsrunden vermittelten den Heusweilern das harte Metier. Als 1969/70 wieder ein SKB-Titel fällig war, kam die neu ins Leben gerufene Regionalliga Südwest gerade recht. Auf Anhieb wurde die Meisterschaft errungen, doch zum Aufstieg ins Oberhaus fehlten nur Sekunden.

 1972 konnte der AC „Siegfried“ sein 50-jähriges Vereinsjubiläum in der neuen Realschul-Turnhalle feiern, in der bis heute die Ringer ihre Heimkämpfe austragen. Höhepunkt dieses Jubiläums war sicherlich der Länderkampf zwischen der Bundesrepublik und Rumänien. Anfang der siebziger Jahre erkämpften zwei Heusweiler Jugendringer den Titel des Deutschen Meisters: Wolfgang John und Uwe Gottschalk. Es folgten weitere große Erfolge, vor allem für den späteren Vereins- und Landestrainer Wolfgang John. 1973 brachte das Vorstandsmitglied Helmut Schäfer neue Impulse in die Vereinsführung. Über 25 Jahre lang begleitete er das Amt des Geschäftsführers, bevor er es 1998 in jüngere Hände legte. Für seinen AC hatte er aber weiterhin ein offenes Ohr und stand mit seinem Rat zur Seite.

 Anfang 1975 gingen Robert Haag und Wolfgang John zum Nachbarverein aus Köllerbach. Horst Scharf und Willi Thiel, Stützen und Publikumslieblinge in den schweren Gewichtsklassen kamen in die Jahre. Noch als 40-jährige musste mancher junger Athlet sich ihrem Können beugen. 1976 folgte der erste Abstieg der Vereinsgeschichte in die saarländische Oberliga. Das Erreichen der Vizemeisterschaft ließ wieder positiv in die Zukunft blicken. Eine verjüngte Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchsbereich wurde für einen Wiederaufstieg vorbereitet. Rolf Lacour, der erfolgreichste saarländische Ringer, seit 1974 Trainer und aktiver Ringer in unserem Verein arbeitete in Verbindung mit den Jugendleitern Harald Steimer und Berthold Bauer mit großem Erfolg. In der Saison 1978/79 war der Abstieg bereits wieder vergessen und man stieg in die 2. Bundesliga auf – in der man bis zur Saison 1991/92 13 Jahre lang ununterbrochen kämpfte. Die herausragenden Athleten der 70er Jahre waren u.a. Rolf Lacour, Willi Thiel,  Carmelo Aronika und Winfried Speicher. Rolf Lacour, heute Ehrenmitglied des SRV, beeindruckte noch im Alter von über 45 Jahren mit hervorragender Kondition viele Anhänger. Er war Vizeweltmeister, zweifacher Europameister, dreimal Olympiateilnehmer und zehnmal deutscher Meister. Carmelo Aronika, französischer Meister, servierte dem Publikum des AC sportliche Leckerbissen wie kaum ein anderer. Willi Thiel erkämpfte über Jahre hinweg im Schwergewicht viele Siege in einer Art und Weise, die bis heute große Bewunderung fand.

 Winfried Speicher, erstmals 1974 in der 1. Mannschaft eingesetzt, avancierte durch seinen Kampfstil schnell zum Publikumsliebling. „Winnes“ sammelte etliche Landestitel und konnte im Jahre 1985 seinen größten nationalen Erfolg feiern:  3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften (hinter dem damaligen Ausnahmeathleten Martin Knosp aus Urloffen). Als Mannschaftsringer blieb „Winnes“ oft über Jahre hinweg in der 2. Bundesliga ungeschlagen. Seine größten internationalen Erfolge feierte er durch die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften der Veteranen 1995; 1996 und 1997 folgten 2 Bronzemedaillen – durch einen Arbeitsunfall blieb ihm leider der ganz große Erfolg verwährt. Neben seinen sportlichen Aktivitäten als Ringer betätigte sich Winfried Speicher als Schülertrainer, Vorstandsmitglied und Helfer – kein Sportler hat das Vereinsbild in den letzten 3 Jahrzehnten so geprägt wie „de Winnes“.

In den 70er Jahren wurde die Mannschaft von aufstrebenden Nachwuchskräften wie Edgar Paulus, Martin Both, Ralf Spaniol, Thomas Thiel, Markus Lacour oder Knut Scherer getragen. 1977 waren Ringer aus der USA zu Gast in Heusweiler – dies sollte 1998 seine Wiederholung finden.

1982 kam Wolfgang John wieder von Köllerbach nach Heusweiler zurück. Als Trainer und Aktiver war er maßgebend an den Erfolgen unserer Aktiven beteiligt. Im gleichen Jahr trat Knut Scherer in die Fußstapfen seines Vaters Klaus und wurde Deutscher Meister der Jugend im freien Stil. Bei den Weltmeisterschaften der Junioren B in Colorado belegte Knut den 5. Platz. Die Jugendarbeit trug aber noch weitere Früchte. Edgar Paulus trug sich oft in die Siegerlisten auf saarländischer Ebene ein. Als mehrmaliger deutscher Polizeimeister und Polizeieuropameister wandelte er auf den Spuren von Anton König.

 Man erinnert sich gerne an den verbissenen und aufopferungsvollen Kampfstil von Jörg Both, Sohn des langjährigen Vorsitzenden Hans. 1984 erkämpfte sich Jörg den 3. Platz bei den Jugend-Europameisterschaften in Lodz – dies blieb bis zum heutigen Tage die letzte internationale Medaille im Jugendbereich für den AC „Siegfried“.

 1984 erzielte Thomas Bauer die erste Medaille (Bronze) im Schülerbereich seit 1976. Er läutete damit eine auf Landes- und Bundesebene erfolgreiche Nachwuchstruppe ein, die bis zur Mitte der 90er Bestand hielt. 1985 konnte sich Udo Lauer, 1986 wieder Thomas Bauer, über die Silbermedaille im Schülerbereich freuen. André Forster erkämpfte sich ebenfalls 2mal Edelmetall (1987 2. Platz, 1988  3. Platz). 1989 wurde Ulrich Schinhan Zweiter bei den Junioren. Thomas Buchheit trug sich 1989 mit einem 2. Platz bei der Jugend A in die Siegerlisten ein. Der aus Münchwies kommende Jörg Müller gelangte im Jahre 1989 ebenso auf Platz 2, während er sich ein Jahr später den Titel des Deutschen Meisters sicherte.

 1988 und 1989 war die Jugend A/B-Mannschaft des AC „Siegfried“ führend im Landesverband. Man qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften und belegte beide Male den „gehassten“ aber dennoch sehr erfolgreichen 4. Platz. Zu den erfolgreichen Mannschaften gehörten Walerio Longen, Rolf Heyer, Frank Schwarz, Thomas Bauer, Jochen Gottfreund, Roger Charoloy, Lothar Forster, Thomas Buchheit, Udo Lauer, Thomas Leick, André Steil, Jörg Müller und Karsten Hübsch. Zu den herausragenden Athleten Ende der 80er Jahre gehörten u.a. Jörg Müller, Walter Andler, Karsten Hübsch, Rolf Heyer, Thomas Bauer, Jörg Both, Edgar Paulus, Markus Wierzbicki, Thomas Feld, Rüdiger Klein, Thomas Thiel, Winfried Speicher, Wolfgang John, Thomas Buchheit, Dieter Bredy, Werner Maurer u.v.m.

 Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 1992 musste der AC Heusweiler nach 13 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit in die Oberliga absteigen. Bei einer großen Foto-Ausstellung im Rathaus Heusweiler dokumentierte man noch einmal 70 Jahre Ringer-Geschichte. Dass aber sportliches Potential in der Mannschaft steckte, zeigten die beiden Vizemeisterschaften in den folgenden Jahren hinter dem ASV Burbach (1992/93) und dem nicht aufstiegsberechtigten KSV Köllerbach II (1993/94).

 Mitte der 90iger Jahre wurde fast in jedem Jahr der Titelgewinn oder eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften gefeiert. Namen wie Andy Doll, der leider viel zu früh verstorbene Patric Gutendorf, Frank Derschang, Marc Kullmann, Bernardo Araia oder auch Timo Schäfer sind für jeden saarländischen Ringerfreund Inbegriffe erfolgreicher Nachwuchstalente. Jeden Erfolg einzeln aufzuzählen würde den Rahmen dieser Festschrift sprengen; dennoch hier ein paar Beispiele:  1992 erster Titelgewinn bei der Jugend C durch Patric Gutendorf - 1994 wiederholte er den Sieg bei der Jugend B, Marc Kullmann wurde als Deutscher Meister der Jugend C in

 Heusweiler gebührend empfangen, 2 x Platz 4 durch Timo Schäfer und Andy Doll im gleichen Jahr. 1995 zwei Deutsche Meister der Jugend B: Marc Kullmann und Andreas Doll, Bernardo Araia erkämpfte sich die Silbermedaille, Timo Schäfer wurde Fünfter. 1996 wurde nach 1982 wieder ein AC-Athlet Deutscher Meister in der Jugend A: Frank Derschang. Im gleichen Jahr Bronzemedaille durch Marc Kullmann (Jugend B). Ein Jahr später wieder ein Titelgewinn durch Marc Kullmann bei den A-Jugendlichen. 1998 schaffte nach Erwin Trouvain im Jahre 1960 wieder ein AC-Athlet den Sprung auf das höchste Treppchen bei den Junioren: Andy Doll, Frank Derschang brachte die Silbermedaille mit nach Hause. 1999 trug sich der Heusweiler Rekord-Landesmeister Cacan Cakmak in die Bundes-Siegerliste ein – er wurde Deutscher Meister bei den Junioren im freien Stil.

 Seit 1993 wurde auch das Frauenringen im Saarland immer populärer. Der AC Heusweiler entwickelte sich schnell zur Hochburg im Frauenringen.  Stefanie Kullmann, Silke Bauer geb. Blandfort, Sabine Gutendorf, Christine Breuer, Melanie Kriesamer, Natascha Rolshausen, Andreea Hagiu, Viviane Omlor u.v.m. holten viele Medaillen von Deutschen Meisterchaften oder Landesmeisterschaften. Als erste Saarländerin vertrat Stefanie Kullmann die deutschen Farben bei den Weltmeisterschaften der weiblichen Jugend 1999 in Lodz. Sie belegte dabei den 9. Platz. Von 1994 – 2002 gewann der AC Heusweiler in ununterbrochenen Reihenfolge die Mannschaftswertung der weiblichen Aktiven bei den Offenen  Landesmeisterschaften.

 Von 1994 bis 1996 waren die männlichen Jugendmannschaften des AC im Saarland ohne Konkurrenz. 3mal in Folge sicherte man sich überlegen den Landestitel und qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften. 1994 und 1996 erging es der Truppe um Trainer Wolfgang John und Jugendleiter Harald Steimer ähnlich wie Ende der 80er Jahre – wieder Platz 4. 1995 reichte es in Berghausen dagegen nur zu Platz 8. 1995 erreichte Andy Doll bei den Weltmeisterschaften der Kadetten in Budapest den 9. Platz, ein Jahr später wurde Frank Derschang in Waldenburg bei den WM-Titelkämpfen der Junioren Siebter, einen 9. Platz erreichte er im gleichen Jahr bei den in Sofia ausgetragenen Europameisterschaften.

 Trotz dieser Erfolge in den 90er Jahren machten sich im Vorstand des AC allmählich Verschleißerscheinungen breit, da die immer größer gewordenen Aufgabengebiete sich auf immer weniger Personen verteilten. Nach den beiden Vizemeisterschaften 1992 und 1993 gehörte man 1994 wieder der 2. Bundesliga an. Im ersten Jahr belegte die Mannschaft einen hervorragenden 3. Platz, während sie ein Jahr später – bedingt durch viele Verletzungen – in die neu gegründete Regionalliga absteigen musste. Herausragende Athleten dieser Epoche waren Marc Kullmann, Bernardo Araia, Sergej Ovsijannikov, Roland Gerhards, Cacan Cakmak, Sadda Bouzeria, Jörg Müller, Andy Doll, Patrick und Andy Schmidt, Winfried Speicher, Christoph Tantini, Werner Maurer, Frank Derschang, Emre Yalcinkaja, Andreas Handziuk, Uli Schinhan, Thomas Feld, Timo Schäfer, Umberto De Agazio, Patric Gutendorf, Jörg Both, Ramis Karmadji, Dieter Bredy, Christoph Kustos, Andreas Kiechle, Thomas Bauer, Edgar Paulus, Uwe Kunz, Volker Lippold, Thomas Buchheit, Udo Lauer, Knut Scherer, Harald Andler u.v.m.

 1997 kam zur Unterstützung unseres Trainers Wolfgang John der langjährige Trainer des KSV Köllerbach und Landestrainer Paul Schneider zum AC Heusweiler. Er regte viele Reformen an, u.a. schloss er den Bau eines eigenen Kraftraumes ab oder entwickelte das Konzept eines „Ringerkindergartens“. Im gleichen Jahr wurde dem AC Heusweiler eine hohe Auszeichnung verliehen – durch den Erhalt der „Hermann-Neuberger-Plakette“ wurde der Verein insbesondere für die Integration von Ausländern geehrt. Bei den Landesmeisterschaften erkämpfte Cacan Cakmak die 1.000te Medaille seit 1948 bei saarländischen Titelkämpfen. Durch Siege in den Aufstiegskämpfen über Großostheim und Aachen-Walheim schaffte man 1998 wieder den Sprung in die 2. Bundesliga. 

 Seit 1998 hat sich viel verändert beim AC. Der langjährige erfolgreiche Trainer Wolfgang John gab sein Amt auf und betätigte sich seitdem als Landestrainer im Jugendbereich, später wurde er Vereinstrainer beim wiedergegründeten AC “Heros” Landsweiler. Im Juni war wieder ein USA-Besuch aus Michigan im Saarland zu Gast. In einem feierlichen Rahmen wurde ein Ländervergleichskampf zwischen dem amerikanischen Team und dem AC Heusweiler durchgeführt. Eine weitere finanzielle Belastung bedeutet die Einführung der Energiekostenabgabe durch die Gemeinde Heusweiler. Der langjährige Geschäftsführer Helmut Schäfer feiert seinen 60. Geburtstag und AC-Kassierer Arnold Krämer wird aufgrund seiner jahrelangen ehrenamtlichen Tätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Im gleichen Jahr bildete sich aus ehemaligen und noch aktiven Sportlern ein junger dynamischer Vorstand, der von nun an die Geschicke des Vereines lenken wollte – dabei musste er direkt nach Amtsantritt seine erste Feuertaufe überstehen, da zu diesem Zeitpunkt (1 Monat vor Wechselfrist) die Lizenzen der alten Mannschaft noch nicht verlängert und noch keine Neuverpflichtungen getätigt wurden. Zur Unterstützung von Paul Schneider wurde der ehemalige Olympionike Bernd Gabriel reaktiviert. Paul Schneider verließ den AC wieder im Jahre 1999. Auf der Heusweiler Gewerbeschau präsentierte sich der Verein mit einem eigenen Stand – es wurden alte Ringer-Videos präsentiert, T-Shirts, Mützen und sonstige Fan-Artikel verkauft. Winfried Speicher und Knut Scherer übernahmen von Jörg Müller den Schülerbereich.

 Aufgrund der Verpflichtung von Christoph Gall und zweier Ausländer (Stanko Indjov und Helger Hallik) standen die Zeichen vor der neuen Saison 1998 eher auf  Erreichung des oberen Tabellendrittels, doch der Deutsche Ringer-Bund ließ die Selbstbeschränkung der Vereine kurz vor der Saison wieder fallen und man durfte entgegen den Erwartungen nur noch einen Ausländerplatz belegen. Ein großes Handicap für den AC. Mit einer sehr jungen Truppe erreichte man am Ende einen hervorragenden 8. Platz. Dabei wurde in Heusweiler der Tabellenzweite und –vierte besiegt. Unsere 2. Mannschaft konnte im Jahre 1998 ebenfalls positiv auf sich aufmerksam machen. In der höchsten saarländischen Klasse (Oberliga) konnte diese junge Truppe die Vizemeisterschaft erzielen.

 1999 gelang dem Verein, dank der Unterstützung des Olympiastützpunktes Rheinland –Pfalz / Saarland ein sportlicher Coup. Alfred Ter-Mkrtchyan, einer der erfolgreichsten deutschen Ringer, konnte für unsere 2. Bundesliga-Mannschaft verpflichtet werden. Alfred wollte sich in Heusweiler intensiv auf die Olympischen Spiele 2000 vorbereiten – mit ihm zusammen wurde der Hüttigweiler Jens Wagner verpflichtet, der sich schnell in die Herzen der Heusweiler Ringer-Gemeinde kämpfte.

 Nach dem Titelgewinn 1962 durch Erwin Trouvain holte Alfred 1999 wieder einen Männer-Titel nach Heusweiler. Bei den Weltmeisterschaften in Athen brachte Alfred für den AC die Bronzemedaille mit. Im Jahre 2000 und 2001 folgten dann weitere DM-Titelgewinne durch den von Köllerbach nach Heusweiler gewechselten Jurij Kohl. Cacan Cakmak wurde 1999 überlegen Deutscher Meister der Jugend A, während Andy Doll sich im Juniorenbereich die Silbermedaille sicherte. Stefanie Kullmann wird zum dritten Male Deutsche Meisterin.

 Ebenfalls 1999 wurden 2 große Nachwuchsprojekte mit großem Erfolg durchgeführt. Die Projekte „Schule und Verein“ und „Kindergarten und Verein“ wurden im April 1999 ins Leben gerufen.

 Für beide Maßnahmen wurden hervorragende Personen gefunden. „Schule und Verein“ wurde von Frank Hartmann betreut, der Diplomsportlehrer ist Trainer des Olympiastützpunktes und ehemaliger Cheftrainer des Traditionsvereines VfK Schifferstadt – das Konzept „AC 2000“ sorgte für Schlagzeilen.

 Die Maßnahme „Kindergarten und Verein“ wurde mit der Trainerin Christine Breuer gestartet. Christine ist ausgebildete Erzieherin und mehrfache Landesmeisterin im Ringen, eine Konstellation, die wohl einmalig in Deutschland sein dürfte.

 Im Jahre 1999 erkämpft sich Jens Wagner mit dem 3. Platz seine erste Medaille bei Männermeisterschaften und wird in den DRB B-Kader berufen, in dem sich bereits die Heusweiler Christian Reinert und Andy Doll (B2) befanden.

 Die Meisterschaftsrunde 1999/2000 verlief überaus positiv. 1. und 2. Mannschaft konnten die Vizemeisterschaft erzielen und der Verein qualifizierte sich zum ersten Male in seiner Vereinsgeschichte zum Aufstieg in die Eliteliga der Ringer, der 1. Bundesliga. Dies sah man in Heusweiler mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn mit dem geringsten Etat aller Bundesliga-Vertreter war das Abenteuer 1. Bundesliga von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Trotz der professionellen Hilfe des ehemaligen Bundestrainers Heinz Ostermann, konnte die Mannschaft keinen Sieg landen und man zog die Option des freiwilligen Rückzuges in die 2. Bundesliga.

 Allen Verantwortlichen war klar, dass man mit den begrenzten finanziellen Möglichkeiten keine Chance in der höchsten deutschen Klasse hatte. Unvergessen bleibt jedoch der Lokalkampf gegen den Spitzenverein KSV Köllerbach. Fast 900 Zuschauer strömten in die vollbesetzte Realschul-Turnhalle und der Kampf musste daher verspätetet angepfiffen werden. Die Mannschaft ging trotz aller Niederlagen gestärkt und motiviert aus der Saison 2001/2002 hervor.

 Im Jahre 2002 wurde zum ersten Male in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft der 2. Bundesliga erkämpft. In einem packenden Finale vor fast 700 Zuschauern kam man beim ASV Hüttigweiler zum gerechten Remis und man qualifizierte sich dadurch für die Play-Off-Kämpfe zur 1. Bundesliga. Gegen Adelhausen und Erzgebirge Aue konnte die Mannschaft um Trainer Bernd Gabriel nur einen Sieg landen, daher startet man auch in diesem Jahr wieder in der 2. Bundesliga.

 Christine Breuer (Frauen) und Halef Cakmak (A-Jugend) sicherten sich die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften, Jens Wagner (Männer) wurde Vierter.

 Im Jahre 2002 startete beim AC „Siegfried“ eine homogene Mannschaft: Mit Vicktor Efteni und Vladimiros Mousichidis hat der Verein zwei ausländische Internationale in seinen Reihen, die sich hervorragend in Heusweiler integriert hatten. Viel Wert wurde aber auf Heusweiler Eigengewächse bzw. saarländische Talente gelegt. Die Stammringer Halaf und Cacan Cakmak hatten das Ringen in Heusweiler genau so erlernt wie z.B. Andy Doll, Sven Merz oder die Nachwuchshoffnungen Sebastian Feld und Stefan Schmidt. Daneben standen mit Jörg Müller, Christoph Gall und Jens Wagner weitere Saarländer in der Mannschaft. Außer Ahmet Kahyaoglu konnte Trainer Bernd Gabriel auf alle Athleten im Training zurückgreifen.

 Im gleichen Jahr wurde eine fruchtbare Kooperation mit dem wieder gegründeten AC „Heros“ Landsweiler eingegangen. Dadurch war es auch möglich, 4 Mannschaften an den Start zu schicken – ohne diese Zusammenarbeit wäre es nicht durchführbar gewesen.

 Daher hat auch neben einem Jugendkampftag (30.11.02) der Bundesliga-Kampf am 21.09.2002: AC Heusweiler – KSV Rimbach in Landsweiler stattgefunden. Seither arbeitete man eng zusammen und traf sich regelmäßig, um über die sportlichen und kulturellen Ziele beider Vereine zu sprechen.

 Trotz des hervorragenden Abschneidens in der Meisterschaftsrunde 2002/2003 (Platz 3) entschloss sich der Vorstand des AC „Siegfried“ zu einem sportlichen Einschnitt. Aufgrund der sportlichen Perspektivlosigkeit und der finanziellen Belastungen zog man die 1. Mannschaft aus der 2. Bundesliga zurück. Ein Neubeginn konnte nun in der Oberliga erfolgen. Primäre Ziele des Vereines wurden neu definiert:  Stärkung der Schüler- und Jugendarbeit, Stärkung des „Vereinslebens“ durch kulturelle Maßnahmen. Erste Schritte wurden auf den Weg gebracht, als man für die Sportler und Helfer einen „Saunaabend“ und einen „Kegelabend“ organisierte. Durch eine große Mai-Wanderung am 1. Mai und der Teilnahme beim Lebacher Stadtfest sollten auch alle Mitglieder, Freunde und Gönner wieder stärker an den Verein gebunden werden.

Fortsetzung folgt ...

 Packen wir´s an ... es gibt viel zu tun. Kraft Heil!